Wüstenterrarien

Trockenterrarien werden zur Haltung von Reptilien aus Wüsten, Halbwüsten, Savannen und Trockengebieten verwendet. Das Klima, das in diesen Terrarien simuliert wird, ist meistens sehr trocken und heiß, Temperaturen um 50°C unter den Wärmestrahlern sind keine Seltenheit, welche genauen Temperaturen allerdings herrschen sollten, hängt natürlich von der gepflegten Art ab.

Da Wüstenterrarien meist sehr stark beleuchtet werden, um die benötigte Helligkeit und die hohen Temperaturen zu erreichen, sind es meist die Terrarien mit dem höchsten Energieverbrauch.

Als Substrat wird meistens Sand oder ein Sand-Lehm-Gemisch verwendet; für manche Arten eignet sich allerdings auch Taubengrit hervorragend als Untergrund.

Ratsam ist es auch, eine künstliche Felsrückwand zu erstellen. Es sieht nicht nur besser aus, es bietet den Tieren auch zusätzliche Liege- und Klettermöglichkeiten.

Die Rückwände für diesen Terrarientyp müssen in der Regel auch nicht großartig gegen Feuchtigkeit versiegelt werden, da die Rückwand im Regelfall nicht mit größeren Wassermengen in Kontakt kommt. Einige Schichten Fliesenkleber oder Haftputz sind völlig ausreichend.

Zur weiteren Gestaltung eignen sich Steine aller Art, Äste und Pflanzen aus Trockengebieten, wobei die angebotene Auswahl an Pflanzen nicht gerade groß ist. Eine gute Alternative bieten hier künstliche Pflanzen, die mittlerweile in verblüffend echter Optik erhältlich sind.

Bau eines Wüstenterrariums

2000 x 700 x 1300 mm (B x T x H)

Grundgerüst

Ein Grundgerüst ist nicht unbedingt erforderlich, allerdings gibt es großen Terrarien zusätzliche Stabilität!
Ich habe mich für ein solches Grundgerüst entschieden und es aus 44 x 44 mm starken gehobelten Kiefer-Kanthölzern gefertigt. Mann kann allerdings auch ganz normale Dachlatten verwenden, ist etwas preisgünstiger.

Zuerst werden die 9 x 2500 mm langen Kanthölzer auf die benötigten Längen zugeschnitten.


4 x 2000 mm
4 x 700 mm
5 x 1212 mm
2 x 612 mm

Die 2000 mm und 700 mm Hölzer werden beidseitig auf Gehrung gesägt und zu zwei rechteckigen Rahmen zusammengeschraubt.
In die Ecken kommt jeweils ein kleiner Winkel. Um mehr Stabilität zu erhalten, wird in die Mitte noch ein 612 mm Stück geschraubt. Wiederum mit Winkeln fixieren.


Diese beiden Rahmen werden nun mit Hilfe der fünf 1212 mm Leisten durch die Rahmen miteinander verschraubt. An jeder Ecke ein Kantholz und an der Rückseite noch eins in der Mitte. Wiederum alles mit Winkeln verstärkt und das Grundgerüst steht!


Unter das fertige Gerüst wird nun die 22 mm Spanplatte geschraubt.
Vor dem Schrauben immer kleine Löcher vorbohren, damit sich das Holz nicht spaltet!


Bevor die Bodenplatte verschraubt wird, noch mit einem speziellen Aufsatz für den Akkuschrauber Versenkungen für die Schraubenköpfe fräsen. Über die versenkten Schrauben noch Filzplättchen für Möbel kleben und das Ganze wieder umdrehen.


Lichtkasten

Die vier großen Winkel werden nun mit einem Abstand von 180 mm zur Oberkante des Gerüstes in die vier Ecken des Gerüstes geschraubt.

Aus der weißen Spanplatte kann man nun die Lüftungsschlitze und die Löcher für die Einbaustrahler sägen. In den vorderen Teil die drei Einbaustrahler und in den hinteren Teil 2 500 x 100 mm Lüftungsschlitze. Kann man allerdings auch anders anordnen!

Aus den Ecken und aus der hinteren Mitte der Platte müssen nun noch 44 x 44 mm Rechtecke ausgeschnitten werden, so dass die Platte genau unter die Winkel passt.

Wenn man die Platte nun unter die Winkel hält. kann man mit einem Bleistift die Löcher der Winkel auf die Platte übertragen und durchbohren.















Mir den Schlossschrauben wird nun die Platte mit den Winkeln verbunden.

Der abgerundete Kopf dieser Schrauben kommt nach unten und von oben kommen eine Unterlegscheibe und die Mutter drauf.
Die Mutter muss gut festgezogen werden, denn diese Platte trägt später die schweren Vorschaltgeräte der HQI und die übrige Lichttechnik.


Die Platte wird jetzt noch mit weiteren kleinen Winkeln an die mittlere Leiste des Grundgerüsts geschraubt und vorne durch ein 136 mm langes Kantholzstück an dem oberen Rahmen befestigt.



Rückwand

Aus den beiden unbehandelten 1000 x 1322 Spanplatten wird jetzt im oberen Bereich ein 500 x 100 Lüftungsschlitz ausgesägt. Dabei muss beachtet werden. dass der Lichtkasten ca. 200 mm hoch ist und die Lüftungsschlitze erst darunter beginnen dürfen. Also am besten 250 bis 300 mm Abstand zur Oberkante der Platte lassen.
Die beiden Platten mit den fertig gesägten Lüftungsschlitzen werden anschließend auf das Grundgerüst gelegt. Rund um die Platten werden mit einem Abstand von ca. 20 mm zum Rand Löcher für die Verschraubung gebohrt und Versenkungen gefräst.
















Anschließend können die Platten ebenfalls an das Gerüst geschraubt werden.
Zehn Schrauben pro Platte sollten völlig ausreichen. Wenn alles gut verschraubt ist, kann das Gerüst wieder aufgestellt werden.



Verkleidung

Jetzt können die buchefarbigen Seitenplatten an das Gerüst gehalten werden und von innen durchs Gerüst vorgebohrt werden. Anschließend mit langen Schrauben die Platten ans Gerüst schrauben. Hierbei muss ganz genau darauf geachtet werden, dass die Schrauben nicht zu lang und nicht zu kurz sind. Zu kurze Schrauben halten die Platten nicht ausreichend am Gerüst und zu lange Schrauben durchbrechen die äußeren Platten und zerstören die schraubenfreie Optik. Bei der Befestigung der oberen Frontblende geht man wie bei den Seitenteilen vor.




Felsrückwand

Jetzt kann damit begonnen werden den Innenraum mit 50 mm Styroporplatten zu verkleiden. Dazu werden erstmal ganze 1000 x 500 mm Platten mit Silikon an die Rück- und Seitenwände geklebt. Die Stellen, die jetzt noch frei sind, müssen ausgemessen werden und auf Styroporplatten übertragen werden. Nachdem diese dann ausgeschnitten sind. können die Teile in die noch freien Stellen geklebt werden.

Jetzt beginnt der kreative Teil des Baus, die Gestaltung der künstlichen Felsrückwand.
Als erstes schneidet man aus weiteren Styroporplatten kleine und große Terrassen und Felsvorsprünge, die ebenfalls mit Silikon an die Rückwand geklebt werden. Diese Terrassen und Vorsprünge sollten mit Rundhölzern verstärkt werden. Wenn diese auf die Länge des Vorsprunges gesägt wurden und angespitzt sind, lassen sie sich leicht durch den Vorsprung in die Styroporwand drücken.
Mit dem gleichen Prinzip lassen sich auch kleine Aufbauten oder sogar Höhlen fertigen.



Nun ist es so langsam an der Zeit, das Terrarium in die endgültige Position zu bringen, denn selbst jetzt ist es schon recht schwer, bestimmt weit über 100 kg.

Ich habe lange überlegt, woraus ich eine stabile und günstige Unterkonstruktion bauen kann und habe mich letztendlich für 16 leere Bierkästen entschieden. Die
Tragkraft ist enorm, wenn man bedenkt, wie hoch die Kästen auf Brauereigeländen gestapelt werden. Der Nachteil ist: Bierkästen sehen nicht besonders gut aus, aber Abhilfe schafft da schnell ein kleiner Vorhang. Dazu einfach ca. 4000 x 600 mm Stoff in beliebiger Farbe unter den Rand der Bodenplatte tackern.


Wenn genügend Vorsprünge in der Terrarienrückwand befestigt sind, kann damit begonnen werden, durch Verwendung eines Heißluftföns oder eines Gaslötkolbens zusätzliche Struktur zu schaffen. Auch ein Cuttermesser ist bei dieser Arbeit sehr hilfreich.

Um im vorderen Bereich des Terrariums eine Erhöhung entstehen zu lassen, ist es ratsam, jetzt die untere Frontblende anzubringen.

Zuvor sollten jedoch die Lüftungsschlitze ausgesägt und die LM-Lüfter eingesetzt werden.




Jetzt können noch vorhandene Ritzen und nicht natürlich wirkende Übergänge mit Bauschaum nachgebessert werden.

Dieser sollte nach der Aushärtung allerdings nur noch mit dem Cuttermesser bearbeitet werden, da der Schaum leicht entzündlich ist!

Wenn die Rückwand dann soweit fertig strukturiert ist, kann man damit beginnen, den ersten Fliesenkleber dünnflüssig anzurühren. Mit einem Pinsel wird der Fliesenkleber dann auf die gesamte Rückwand aufgetragen. Der Fliesenkleber sollte nun ca. 24 Stunden austrocknen..


Jetzt kann der Fliesenkleber dickflüssig angerührt werden und wieder auf der gesamten Rückwand verteilt werden.

Dazu kann entweder wieder ein Pinsel oder auch ein Spachtel verwendet werden. Eine weitere Methode wäre, den Fliesenkleber mit den Fingern aufzutragen, dabei ist es ratsam, Gummihandschuhe zu verwenden.

Auch diese Schicht muss jetzt erstmal 24 Stunden trocknen. Anschließend werden die Lüftungsgitter passend auf die Löcher zugeschnitten und vorsichtig in die Rückwand geschraubt. Danach werden die Ränder der Lüftungsgitter mit Fliesenkleber bestrichen, so dass diese
in die Rückwand integriert
werden.

Das Auftragen des Fliesenklebers wiederholt man weitere vier bis acht Mal auf der gesamten Rückwand.
Mit jeder weiteren Schicht verschwinden die Konturen der Lüftungsgitter mehr und mehr, bis sie irgendwann gar nicht mehr zu erkennen sind.

Beim Anrühren der letzten beiden Schichten gibt man Abtönfarbe in gewünschter Farbe und etwas Sand hinzu. So erhält man eine schöne raue Oberfläche in einem beliebigen Farbton. Nach dem Trocknen ist die Rückwand fertig.






Die Lüftungsgitter verschraubt man nun in den ausgesägten Löchern an der Decke.

Die U-Aluprofile werden nun auf die entsprechende Länge gekürzt, auf Gehrung gesägt und mit Silikon über die inneren Kanten geklebt. Anschließend können die Scheibenprofile mit Aquariensilikon auf das untere und obere U-Aluprofil geklebt werden.






Licht

Jetzt werden die Einbaustrahler eingesetzt und angeschlossen. An jeden Strahler wird eine digitale Zeitschaltuhr angeschlossen, mit der dann später die Belichtungszeiten geregelt werden.

Aus der Fototapete habe ich jetzt den Wolkenhimmel ausgeschnitten und unter die Terrariendecke geklebt. War nicht ganz einfach die Tapetenteile über Kopf zu befestigen.
Ich habe die Einbaustrahler für diesen Schritt noch einmal kurz herausgenommen. Jetzt muss man nur noch warten, bis die Fototapete völlig durchgetrocknet ist.

Wenn die Tapete trocken ist und keine Falten mehr vorhanden sind, können die Lampen für die Sonnenplätze angebracht werden. Ich habe dazu eine Hängeleuchte und einen Spot verwendet.


Einrichtung

Anschließend können die Scheiben (zum Schluss bestellen und vorher genau ausmessen) in das Führungsprofil eingehängt werden und der Untergrund mit Sand bedeckt werden. Ich habe 100 kg Aquariensand verwendet.





Jetzt ist das Terrarium so gut wie fertig, nun kann man mit der Einrichtung beginnen.


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